CLUSTERKOPFSCHMERZ und andere Trigemino-autonome Kopfschmerzen

Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen, bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit.

Kopfschmerzen sind für nahezu jeden Menschen ein Begriff unter dem er sich etwas vorstellen kann, denn jeder hat sie ab und an.
Auch Migräne ist mit seiner Verbreitung mit 10 % der Bevölkerung ein Schmerz an dessen schmerzhaftem Pochen viele leiden.

Ich unterstütze die Meinung, dass Migräne NICHT einfach „nur Kopfschmerzen“ genannt werden dürfen, da gerade die Begleiterscheinungen sehr Lebenseinschränkend sein können, wenn die Krankheit einen chronischen Verlauf hat.

Mein Interesse besteht aber vor allem darin, das Bewusstsein für die seltenen Trigemino-autonomen Kopfschmerzen (TAK) zu stärken.

Die Gruppe der TAK gliedert sich in folgende Gruppen:

- Clusterkopfschmerz/-syndrom episodisch, chronisch

- Paroxysmale Hemikranie episodisch, chronisch

- SUNCT/SUNA Syndrom

Ein enger Verwandter die
- Hemikrania continua

Der bekannteste Vertreter der TAK ist der Clusterkopfschmerz, ebenfalls unter der Bezeichnung Bing-Horton-Syndrom, Histaminkopfschmerz und einigen anderen bekannt. Im englischsprachigen Raum wird er Cluster-Headache genannt. Eine ebenfalls häufige Bezeichnung ist Suicide Headache (dt. Suizidkopfschmerz).

Clusterkopfschmerzen haben laut IDC 10 – G44.0 dieses Beschwerdebild:

Attacken eines schweren, streng einseitigen Schmerzes orbital, supraorbital, temporal (im Bereich des Auges oder der Schläfenregion) oder in einer Kombination dieser Lokalisationen von 15-180 Minuten Dauer und einer Häufigkeit von einer Attacke jeden zweiten Tag bis zu 8 Attacken am Tag. Eines oder mehrere der nachfolgend genannten Begleitsymptome kommen vor: konjunktivale Injektion (gerötetes Auge), Lakrimation (tränendes Auge), nasale Kongestion (verstopfte Nase), Rhinorrhoe (laufende Nase), vermehrtes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht, Miosis (verengte Pupille), Ptosis (herabhängendes Augenlid), Lidödem (Lidschwellung). Während der Attacken sind die meisten Patienten unruhig oder agitiert.


Ein weiteres Merkmal ist, das der Patient nicht auf herkömmliche Schmerzmittel und Opiate anspricht.


In der Bevölkerung betrifft er mit ca. 1 % vor allem Männer im Alter von 20-40 Jahren. Aber auch Frauen und Kinder können ihn haben. Auch die Einseitigkeit ist kein zwingendes Kriterium mehr. Es gibt immer noch seltenere Ausnahmen einer Erkrankung.

Die anderen TAK unterscheiden sich überwiegend durch Länge und Anzahl der Attacken bzw. bei der Hemikrania continua durchgehende Schmerzen mit Schmerzspitzen.

Beim Clusterkopfschmerz und der Paroxysmalen Hemikranie gibt die Unterscheidung von der episodischen und der chronischen Form, wobei beide Krankheitsbilder eine chronische bis heute unheilbare Krankheit darstellen, die teilweise mit einer Schwerbehinderung von bis zu 80% anerkannt wurden.

Zu behandeln sind die TAK nur sehr schwer und je nach Art unterschiedlich.

Da ca. 70% der Patienten mit Clusterkopfschmerz auf die Inhalation von 100%igem Sauerstoff ansprechen ist dieser das Mittel der ersten Wahl, da er ohne Nebenwirkungen ist. Dieser muss in einem Fluss von über 10l/Minute erfolgen, lieber noch 15l unbedingt per Maske (keine Nasenbrille!) und in vornübergebeugter Haltung oder Stehen, sobald der Schmerz kommt. Der Sauerstoff sollte in dieser Position für mind. 10 Minuten inhaliert werden, im Idealfall noch 10 min. länger.

Zur so genannten Akutbehandlung ist das kupieren (abmildern) der Attacke durch Triptane. Diese verengen die Gefäße im Gehirn und finden auch in der Migränebehandlung Anwendung. Die Tablettenform, ist allerdings beim Cluster nicht schnell genug in der Wirkung, da diese eine Anlaufzeit von 30 Min. benötigen um ihre Wirkung zu entfalten. In dieser Zeit sind viele Attacken schon von selbst bereits abgeklungen. Daher werden Triptane in schneller wirkenden Formen verwendet, als Injektionen (Imigran bzw. Sumatriptan s. c.) und Nasensprays (z. B. ZomigNasal), deren Wirkung schon nach 10 Minuten einsetzen kann. Triptanwirkstoffe dürfen nicht gemischt werden, es wird geraten mind. 1 Tag Pause bei einem Wechsel zu machen.

Es besteht auch die Möglichkeit prophylaktisch (vorbeugend) Einfluss zu nehmen, das Bekannteste Mittel hierfür ist das Herzmedikament Verapamil, aber auch Lithium und Ergotamine werden eingesetzt. Auch Epilepsiemittel (z. B. Topiramat) finden Verwendung. Teilweise werden die Medikamente auch kombiniert, bis eine Wirkung erreicht wird.

Auch operative Maßnahmen (bei einseitigen Attacken), Elektrostimulationen, der Einsatz von Botox und Prednison bieten Optionen.

Die paroxysmale Hemikranie und die Hemikrania continua zeichnen sich durch ihr gutes und rasches Ansprechen auf den Wirkstoff Indometacin aus, dies ist auch ein Diagnosekriterium. Die paroxysmale Hemikranie hat bis zu 40 Attacken am Tag, mit einer Dauer von ca. 2 - 40 Minuten. Die Hemikrania continua zeichnet sich durch einen durchgehenden, moderaten Schmerz, auf mittlerer Intensität mit starken Schmerzspitzen aus, welche von mehreren Stunden über Tage hinweg anhalten können.

Das SUNCT/SUNA-Syndrom wird mit verschienden Wirkstoffen, teilweise in Kombination behandelt, da eine wirksame Medikation bisher noch nicht gefunden wurde. Die Schmerzdauer beträgt ca. 2 - 250 Sekunden bei einer Frequenz von 3 - 200 mal am Tag. Dieses Syndrom ist aber sehr selten. Es wurden bisher ca. 100 Fälle beschrieben.

Abschließend:

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und Ihre Zeit. Sollten Sie sich in diesen Symptomen erkennen, SUCHEN SIE BITTE SCHNELL EINEN GUTEN NEUROLOGEN AUF. Diese finden Sie unter dem Suchbegriff >>Clusterkopfschmerzkompetenzcenter<< im Internet. Viele Hausärzte und Neurologen sind nicht ausreichend über das Beschwerdebild informiert oder ziehen dies als Ursache aufgrund der Seltenheit nicht in Betracht.

Warum ist es so wichtig auch bei eigener Beschwerdefreiheit dieses Wissen zu haben?

Um es auf den Punkt zu bringen: ES KANN LEBEN RETTEN. Ohne medizinische Versorgung ist es für einen Betroffenen schwer sein eigenes Leben zu gestalten und auch für sein Umfeld ist die Situation stark belastend.


Warum liegt mir dieses Thema am Herzen?

Ich habe die Diagnosen chronische Schmerzen, Spannungskopfschmerz, Migräne mit Aura, Hemikrania continua, Clusterkopfschmerz und Insomnie.

Betroffene und/oder deren Angehörige können mich zum Austausch JEDERZEIT telefonisch unter der 0152-09485924 kontaktieren oder mich im Atelier aufsuchen.

Mehr Infos:

Wikipedia Clusterkopfschmerz
Wikipedia Trigemino-autonome Kopfschmerzen
Youtube Clusterkopfschmerz
Youtube Cluster Headache